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Interessante Beiträge
Mittwoch, den 16. März 2011 um 12:26 Uhr

interessantes

Bei unserer Recherche für den FREIRAUM-Newsletter 13 sind wir wieder auf interessante Beiträge gestoßen. Vielleicht ist ja der eine oder andere für Sie dabei…

1. Buchtipp: Geschichten, die die Schule schreibtWie Lehrer stündlich gefordert sind

Jeder weiß, wie es geht.
Denn jeder war einmal selbst in der Schule.
Deswegen ist fast jeder Experte.
Und hat seine Meinung und seine Vorurteile.

In diesem Buch nimmt die Schule selbst die Kreide in die Hand und geht an die Tafel.

buchtippLehrerinnen und Lehrer verschiedener Schultypen berichten offen aus ihrem Alltag, der nicht geprägt ist von der großen schulpolitischen Diskussion (die seit Jahrzehnten fröhlich im Kreis geht), sondern von der Sorge um die Kinder und Jugendlichen. Von der Bemühung, Werte zu schaffen und Wissen weiterzugeben. Von der Verzweiflung an unzumutbaren Arbeitsbedingungen und unzulänglicher Rückendeckung. Vom Kampf um die eigene Motivation und die eigenen Ideale. Von Initiativen und Etappensiegen. Vor allem aber: von der Freude an der Arbeit mit jungen Menschen.

Schule ist nicht nur PISA.
Dieses Bild ist so schief wie der Turm.
Schule, das ist der tägliche und immer wieder neu zu beginnende Kampf gegen die Defizite einer Gesellschaft, die Chancengleichheit höchstens in der Warteschlange an der Supermarktkasse kennt.
Schule, das sind Konflikte mit Schülern und Eltern aus den unterschiedlichsten sozialen, sprachlichen, religiösen und gesellschaftlichen Systemen.

Die Lehrer werden für alles verantwortlich gemacht, was schief läuft. Und selten für die vielen Dinge, die wunderbar klappen. Wobei die Betonung manchmal auf Wunder liegen sollte ...

Dieses Buch bietet viele Anleitungen für ein konstruktives Miteinander, doch es rüttelt auch auf und zeigt die Gefahren von Burnout und Überlastung, von überfüllten Klassenzimmern und Sprachlosigkeit.

Alle sprechen von Human Capital, von Zukunftssicherung, vom Generationenvertrag - kurz, von den Säulen des sozialen Systems, die allesamt darauf beruhen, dass eine gut ausgebildete, belastbare, sozial denkende und fühlende Generation heranwächst.

Die Verantwortung dafür liegt in hohem Maß bei den Menschen, die tagtäglich in der Schule ihr Bestes geben - den Lehrerinnen und Lehrern. Sie sind stündlich gefordert.
Ein repräsentativer Querschnitt erzählt hier die GESCHICHTEN, DIE DIE SCHULE SCHREIBT - ein Stück Lebensrealität.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger ...

Die Herausgeberin:
Christine Dobretsberger,
Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften sowie Philosophie. Langjährige Kulturredakteurin in der „Wiener Zeitung“. Seit Juli 2004 freie Journalistin, Autorin und Ghostwriterin. Seit Mai 2005 Geschäftsführerin der Text- und Grafikagentur Lineaart.
Zuletzt bei Styriabooks erschienen: POLIZISTEN WEINEN NICHT.

2. Schultheater: Tartuffe – Komödie von Molière

schultheaterInhalt
Tartuffe, ein charismatischer Prediger, nistet sich in einer braven bürgerlichen Familie ein. Aber leider ist der fromme Mann gar nicht so fromm, wie man glauben mag... Während Orgon, der Hausherr, ihn anhimmelt wie einen Guru, nimmt es der schein-heilige Geistliche selbst offenbar weder mit dem Armutsgebot noch mit dem Zölibat sonderlich genau. Er will alles – zuerst Orgons Tochter, dann seine Frau, zuletzt hat er es auch noch auf das Vermögen seines ihm bedingungslos ergebenen Wohltäters abgesehn. Kann wenigstens Dorine, das Dienstmädchen, das Schlimmste verhindern...?

Molières „Tartuffe“ ist eine der berühmtesten Komödien der Weltliteratur. Eine beißende Satire auf religiösen Wahn und (nicht nur) kirchliche Doppelmoral, sehr witzig und hoch erotisch – mit einer der raffiniertesten erotischen Theaterszenen überhaupt als Höhepunkt.

Besetzung
Hermann J. Kogler (Tartuffe)
Christine Renhardt (Elmire)
Rochus Millauer (Orgon)
Marion Rottenhofer (Dorine)
Kathrin Herbst (Marianne)
Lukas Millauer (Damis)
Christoph Prückner (Valére)
- sowie Günter Tolar als Madame Pernelle

Inszenierung, Neuübersetzung und Bearbeitung
Christoph Prückner

Regieassistenz – Kathrin Herbst

Kostüme – Su Blazina

Spieltermine in Wien / Theater-Center Forum, Porzellangasse 50 in 1090 Wien

Premiere: Dienstag, 29. März 2011
weitere Spieldaten
: bis einschließlich 16. April, jeweils Dienstag bis Samstag
Dauer der Aufführung
: ca. 2 Stunden

Auf Wunsch kann auch eine Sonderfassung angeboten werden, die auf etwa anderthalb Stunden ohne Pause gekürzt ist. Auf Anfrage bieten wir auch Vorstellungen am Vormittag an. Es stehen im Forum ca. 100 Sitzplätze zur Verfügung.

Nach der Vorstellung sind Regie und Schauspielteam (nach Absprache) gerne noch zu einer Diskussion mit den Schülern bereit.

Thematik

Heute, in Zeiten zunehmender kirchlicher Skandale, gehäufter Missbrauchsfälle durch Priester und immer stärker werdenden Diskussionen über den Sinn des Zölibats, ist Molières Sittenkomödie aktueller denn je. Dabei bezieht sich „Tartuffe“ nicht auf die christlich-katholische Kirche allein, sondern funktioniert auch ganz allgemein als Parabel über jede Art von religiösem Dogmatismus. Zu seiner Entstehungszeit war „Tartuffe“ jedenfalls ein massiver Skandal, die katholische Kirche fühlte sich durch Molières Satire über Bigotterie frontal angegriffen, das Stück wurde sofort verboten, der Autor selbst mit Exkommunikation und Scheiterhaufen bedroht. Erst fünf Jahre später durfte der „Tartuffe“ wieder öffentlich aufgeführt werden, allerdings nur in einer stark verharmlosten, zensierten Version. Die Spielfassung von Christoph Prückner für das Theater-Center Forum unternimmt, anhand der wenigen überlieferten Anhaltspunkte, den Versuch einer „Rekonstruktion“ der Originalfassung, um so viel wie möglich vom zynischen Witz und der satirischen Radikalität des „Ur-Tartuffe“ fürs Theater zurückzuerobern!

Schulische Relevanz

Molières „Tartuffe“ ist ein absoluter Klassiker der Theater- und Weltliteratur – somit für den Deutsch- wie für den Französischunterricht gleichermaßen geeignet, genauso wie für den Literaturunterricht allgemein. Durch die zusätzliche Möglichkeit, sich mit der Problemstellung der Übersetzung zu befassen (für die Aufführung wurde eine eigene Neuübersetzung angefertigt!), ist die Aufführung für den Deutschunterricht sogar in zweifacher Hinsicht spannend. Die inhaltliche Thematik „Religion – Dogmatismus – Doppelmoral – Fanatismus“ macht den „Tartuffe“ außerdem für die Fächer Religion, Ethik, Sozialkunde und Politik äußerst interessant. Im Allgemeinen ist „Tartuffe“ ein unterhaltsames Plädoyer für Toleranz und Offenherzigkeit, bei dem es außerdem viel zu lachen gibt!

Möchten Sie mehr erfahren?

Genaue Infos zu Inszenierung, Hintergrund und Organisatorischem bitte melden bei:
Kathrin Herbst
Tel. 0650-3165808 oder per Mail: herbst.kathrin@gmail.com